Press text
Libido Froid := Die affektive Dreifaltigkeit, auf einem
schmalen Grad zwischen Konformität und roher, unmittelbarer Expression, dabei beiden Extremen ausgiebigst fröhnend. Man mag dies ehrlich oder vielleicht gewagt finden, aber alle Facetten einigend ist eine seelige Unmittelbarkeit die zweifelsfreie Konstante in ihrem Spiel. Gebet und Ekstase, Irrsinn und Euphorie, in einem Akt wechselseitiger Befruchtung: mit dem nackten Arsch ins Gesicht. Der schillernde Begriff der Libido, die „Energie solcher Triebe, welche mit alldem zu tun haben, was man als Liebe zusammenfassen kann“, dabei „[Vereinigung] zu immer umfassenderen Einheiten“, reflektiert alles die Formation Durchdringende und von ihr Ausgehende. Kategorien eines abschätzigen Blickes würdigend, brennen die drei Freunde in aller Lebensfreude ein funkendes Feuerwerk zu Ehren des Daseins ab.
Der Bandname: Libido ist ein Begriff aus der Psychoanalyse des berühmten Wiener Arztes und
Tiefenpsychologen Sigmund Freud, und meint jene psychischen Kräfte, die mit den Sexualtrieben des Menschen in Zusammenhang stehen. Dennoch beschränkt sich der Begriff heute semantisch nicht mehr auf das Gebiet der Sexualität, sondern ist mit dem weiter gefassten Wortfeld der allgemeinen Lebenskraft verknüpft.
Froid ist der in Lautschrift ausgedrückte Versuch eines Amerikaners, den Nachnamen des eben genannten Wissenschaftlers zu nennen.
Libido Froid – dieser zugegebenermaßen zunächst völlig sinnfreie Bandname bringt mit anmutiger Einfachheit das ästhetische Konzept der drei jungen Musiker auf den Punkt: In einem zwar neuartigen, aber prägnanten und fruchtbarem künstlerischem Ganzen schwängert ungehemmte Lebensfreude debile Schwachsinn; das Ergebnis befriedigt sowohl die Sehnsucht nach Vertrautem, als auch die Lust nach aufregend Unbekanntem. „Das Ungehörte und das Unerhörte hörbar machen“, steht auf den Fahnen der Band geschrieben.
Die Geburt:
Anfang 2005 führte die bohrende Lust nach musikalischer Befriedigung den Stöcke schwingenden Tillmann Gaida, den zwitschernden Saiten-Streichler Matthias König und den Tieftöner Jonas Kiß auf die Bretter einer ausrangierten Kegelbahn in einem kleinen
Touristenörtchen am Bodensee. Gemeinsam begannen sie, an einem donnernden musikalischen Geschoss zu brüten, um die Kegel der Welt zu erschüttern. Die ersten Hymnen waren schnell geschrieben, das umjubelte Konzertdebüt im Lemon Markdorf gefeiert, da verabschiedete sich Jonas nach Köln, um dort seinen Zivildienst anzutreten. Doch über den Meersburger Musikpapst Gerhard Breinlinger, welcher die zwei übrig gebliebenen Rabauken am Meersburger Droste-Hülshoff-Gymnasium unterrichtete, kam der Kontakt zu Patrik Hummel zustande, der ebenfalls diese so malerisch in einen Weinberg gebettete Schule an den Ufern des Bodensees besuchte, und von nun an den Bass bei
Libido Froid kitzelte. Das heutige Line-Up war jetzt komplett, die Kugel kam endgültig ins Rollen…
Knappe drei Monate nach der ersten gemeinsamen Probe in dieser Besetzung wurde die Rocknacht Markdorf, organisiert von Backline Markdorf e.V., einem gerade in der Anfangszeit sehr wichtigen Partner der Band, ordentlich auf den Kopf gestellt. Weitere zwei Monate später geschah das Unfassbare: Libido Froid wurden auf die Bretter des berühmten
Bregenzer Festspielhaus zitiert, um unter für die jungen Musiker damals atemberaubenden technischen und örtlichen Bedingungen am Bandcontest des zweiten internationalen Jugendgipfels teilzunehmen. Zwar sprang letztlich „nur“ der dritte Platz im Wettbewerb heraus, aber unbezahlbar für die drei Naseweise war das gewonnene Selbstvertrauen und
das Wissen, schon nach einer solch kurzen Bestehenszeit auch in großem Rahmen frech
und munter mitspielen zu können; Libido Froid hatten Blut geleckt… Von nun an fiel ein Stein
auf den anderen: im April 2006 wurde Libido Froid für den Vorentscheid des vom Kulturladen e.V. organisierten OpenSee-Contests nominiert, erspielte den Sieg, und fand sich im Juni beim OpenSee-Festival in der Konzertmuschel des Stadtgarten Konstanz vor 2500 rockenden Menschen wieder. Mit drei Kameras wurde dieses denkwürdige Ereignis
behutsam dokumentiert, und in Zusammenarbeit mit dem befreundeten, angehenden jungen Filmemacher Igor Sirjanov in voller Länge der Öffentlichkeit präsentiert, und ist für Jedermann auf youtube zu begutachten. Anstatt sich zurückzulehnen, folgte umgehend der nächste Streich: Im August reiste man
wiederum nach Konstanz, diesmal um am Bandwettbewerb des Contrast e.V. teilzunehmen,
bei dem sie zuerst in der Vorrunde, und schließlich im Finale den ersten Platz erringen konnten. Derweil hatte die Band in Locations wie dem ‚Z‘ im entfernten Freiburg bereits ausgiebige Erfahrung im Auftreten vor gänzlich fremden Publikum gesammelt, und
bewiesen, dass ihre Stücke auch live in ungekannten Ohren Anklang finden. Die folgenden Monate verbrachten Libido Froid neben dem Ausbau ihrer Konzerthistorie erfolgreich und dem Erwerb des Abiturs damit, die Qualität ihrer Demoaufnahmen auf ein neues Level zu heben. Libido Froid produzieren bis heute sämtliches Tonmaterial in Eigenregie, und lassen
ihre Songs auch in auf einem Tonträger konservierten Form nicht minder lebendig erscheinen. Den aktuellen Höhepunkt der Bandhistorie stellt sicherlich der
kürzlich gewonnene Music-Star(t)-Contest 2008 dar. Unter 64 Bewerbungen wurden Matthias, Tillmann und Patrik ausgewählt, um im Dezember 2007 in der Vorausscheidung in Titisee-Neustadt anzutreten, wo
sie sich die Gunst der Jury und somit den ersten Platz erspielen konnten. Am 19.April fand schließlich das Finale statt, welches durch ein Aufgebot von Jugendbands außergewöhnlicher musikalischer Qualität bestach, und vor 800 Zuschauern im Stadthaus
Neuenburg zu einem echten Spektakel inszeniert wurde. Trotz der hochkarätigen Konkurrenz wurden Libido Froid auch an diesem Abend zum Sieger ernannt. Betrunken vor Glück (größtenteils jedenfalls dadurch) nahmen sie neben ausgiebigem Presselob für ihre technischen Fähigkeiten und ihr Gesamtkonzept den Preis entgegen: Ein Auftritt auf der Hauptbühne des renommierten Lörracher Stimmen-Festivals! Ende Juli sollte es soweit sein, die Jungs konnten kaum noch schlafen, aber sie waren bereit für die nächste Stufe…
Am 24. Juli war dann der große Tag gekommen. Libido Froid supporteten auf der Marktplatz-Bühne des Stimmen-Festivals in Lörrach niemand geringeren als MANDO DIAO. Der Abend wurde ein unvergessliches Erlebnis. Vor 3000 Besuchern konnten sich die Jungs auf einer dicken Bühne von der schwierigen Bürde der Vorband-Rolle im Vorprogramm eines großen
Acts befreien. Sie verstanden es, die zunächst zurückhaltende, weil wegen Mando Diao anwesende Menge auf Ihre Seite zu bringen, und heizte ihr mit einem mitreißenden und sehr intensiven Konzert in abgedrehten Outfits ordentlich ein. Den Dreien stockte schließlich der Atem, als 3000 Menschen ihre Arme in die Höhe streckten und zu „Alter Mann“ schunkelten.
Man flüstert sich sogar, dass der Refrain von „Soll es das gewesen sein“ an einigen stillen Örtchen der Lörracher Innenstadt noch lange nach dem Auftritt durch berührte Zuhörerinnen und Zuhörer angestimmt und freudig zelebriert wurde. Ein wahrhaft
denkwürdiger Abend!
Die Bandmitglieder:
Matthias König – Der charismatische Sänger und Gitarrist sammelte bereits in frühester
Kindheit Erfahrung im professionellen Musikgeschäft. Als erfolgreicher Panflötist nahm er
mehrere CDs auf, und war sogar im ZDF zu sehen und zu hören. Nach und nach erlangte
seine Gitarre für ihn jedoch eine immer größere Relevanz, die er im Laufe der Zeit mit
seinem immer schon fleißig gehegten und gepflegten Goldkehlchen vereinte. Als Haupttexter
der Band versteht er es, Libido Froid auch verbal eine faszinierende Tiefe zu verleihen- man
merkt, dass er sein Leben mit offenen Augen lebt, und seine gewonnenen Eindrücke sind es,
die ihn zu seinen reflektierenden, epischen, aber auch mahnenden Texten inspirieren.
Tillmann Gaida ist der Herr der Stöcke. Ohne Übertreibung muss gesagt werden, dass er es
wie nur sehr wenige Schlagzeuger seines Alters vermag, technische Virtuosität, musikalische
Empathie und geradezu Mark und Bein erschütternde rhythmische Präzision in seinem Spiel
zu vereinen. Würde ein Schlagzeuger nicht auf seinem Hocker vor den Fellen sitzen
müssen, um zu spielen – Tillmann würde wie ein Irrer auf der Bühne, und natürlich davor und
daneben auf und ab hüpfen, um der Leidenschaft und Freude, die er in die Musik investiert
nicht nur durch sein Spiel und seine Mimik Ausdruck verleihen zu müssen. Doch auch seine
intellektuellen Fähigkeiten sind ein wichtiger Baustein zum Erfolg der Froids. Seine
Computer-, Technik- und Klangkenntnisse sind für den hervorragenden Demo-Sound der
Band verantwortlich und unentbehrlich.
Patrik Hummel spielt den Bass bei Libido Froid. Eigentlich Geiger und Gitarrist, stellte dieses
Instrument anfangs Neuland für ihn dar. Durch die bauliche Nähe zu seinen
Hauptinstrumenten fiel ihm das Erlernen des Bassspiels jedoch nicht nur leicht, sondern
erlaubte es ihm, sowohl in technischer als auch musikalischer Hinsicht einen eigenartigen,
aber hochinteressanten Approach zu entwickeln. Herausgekommen ist ein ungewöhnlicher
Bassist: Für Rockmusik untypisch ist sein Spiel sehr stark von der Improvisation geprägt, die
durch seine Kreativität und sein wieselflinken Finger auch als ein Hinterfragen der
konventionellen Rolle des E-Basses in der Unterhaltungsmusik zu verstehen ist, und dem
Instrument im Kontext der Band zu einer emanzipierten, keineswegs aber abgekoppelten
Stellung verhilft.
Pressestimmen
Das Freiburger Online-Szenemagazin fudder schrieb am 26.7.2008 zum Konzert von Mando
Diao auf dem Lörracher Stimmen-Festival:
„Libido Froid, die Gewinner des Music-Star(t)-Contests 2008 haben keinen leichten Job.
Denn vor Mando Diao zu spielen ist nicht nur eine Ehre, sondern auch eine Bürde. Sie
wissen gut damit umzugehen, dass kaum jemand wegen ihnen da ist. Ihre abgedrehte und
musikalisch einwandfreie Performance kommt aber so gut an, dass sich die MandoDiao-
Fans warm hüpfen- und kreischen.“
Das oberbadische Volksblatt schrieb am gleichen Tag zum selben Event:
„Für die richtige Stimmung sorgte bereits die junge Vorband Libido Froid. Mit Weste, Fliege,
dicken Sonnenbrillen und Schildkappe sind die Jungs aus Meersburg ein Hingucker. Die Band spielt deutsche Songs, schwimmt musikalisch mit auf der perfekten Welle und liefert
eine für ihr junges Alter beachtliche Show vor den 3000 Zuschauern.“
Am 21.04.2008 schrieb die Badische Zeitung zum Music-Star(t)-Conetst-Finale in Neuenburg:
„So setzte sich das Trio Libido Froid vom Bodensee durch. Das Trio scheute sich bei seinen
schnellen Rockstücken weder vor groteskem Humor (‘Do the Ingooooo!’) noch vor Gefühlen;
musikalisch brillierten Bassist und Drummer mit bester Technik. Das Ergebnis: ein stimmiger
Auftritt. Den die Salemer nun im Sommer beim Stimmenfestival wiederholen können.“
Das Freiburger Online-Szenemagazin fudder schrieb zum selben Thema:
„Nach der Halbzeit die er’froi’lichen Libido Froid aus Meersburg. Das ist mal etwas anderes!
Nämlich funkiger Deutsch-Grunge-Pop auf hohem Niveau mit skurrilem Gesang, der
teilweise in Geschrei ausrutscht. Sänger Matthias König schüttelt seine eher gewöhnliche
prä-performende Erscheinung mit den ersten quietschenden und zottelnden Tönen ab und
schlüpft in die Rolle des durchgedrehten Entertainers, der das Publikum ansteckt.
Musikalische Kompetenz gekoppelt mit einer frischen Portion Show und mutigen Songs.“
Am 12.07.2007 schrieb der Südkurier zum Güttinger See Open Air:
“Libido Froid gelten als Geheimtipp in der Region. Das Trio dominierte mit seiner Mischung
Grunge-Pop und deutschen Texten mehrere Band-Wettbewerbe in Konstanz…”
Am 21.05.2007 schrieb die Schwäbische Zeitung zum Rock N’ Roll Gymnasium 2 – Bhf.
Fischbach (Friedrichshafen):
“’Scheiße – ihr seid echt geil.’ Wenn das auf einer Rockparty von den Musikern in die Menge
gerufen wird, dann ist das ein echtes Kompliment. […] Die Dritte Band, “Libido Froid” aus
Meersburg, mit ihrem exzentrischen Sänger Matthias König, schaffte es schließlich, die Party
starten zu lassen. ‘Das Publikum will mitgerissen werden’, sagt König. Und ihm als absoluten
Vollblutrocker fiel das nicht schwer. Er besitzt bereits viel Bühnenerfahrung und hat ein sehr
natürliches Charisma."
Am 16.03.2007 schrieb der Südkurier zum Mesmerize Festival Meersburg 2007:
“…Als zweite Band geben sich ‘Libido Froid’, ebenfalls aus Meersburg, die Ehre. ‘Libido
Froid’ ist eine Band, auf die die Vertanstalter besonders stolz sind, denn ihren ersten Auftritt
hatten die Jungs auf der ‘Rock Explosion Vol.1’ im ‘Lemon’ in Markdorf. Ein erster Platz
sprang beim Open-See-Contest des Kulturladens Konstanz heraus, bei dem die Jungs
schon als Headliner bei der Konstanzer ‘Campus Invasion’ gespielt hatten…”
Am 22.12.2005 schieb der Südkurier zur “X-Mas Jamsession im Theater Atrium -
Friedrichshafen”
“…Matthias, der Frontmann der jungen Rockband ‘Libido Froid’, zündete noch rasch ein Räucherstäbchen
an. ‘Das verstärkt die Atmosphäre’, versicherte er und stimmte mit ’ Neue Zeit’
[…] an. Doch eine Rockband macht nun mal keine Stubenmusik und eine Jam-Session soll
auch kein ruhiger Abend mit Hausmusik sein. Also wummerten die Bässe, als Patrik in die
Saíten griff, E-Gitarren schrien auf, Tillmann ackerte am Schlagzeug und Matthias rockte
den Weihnachtsmann ins Mikro, der unterm Jahr am Bahnhof sitzt und Rotwein trinkt….”

